AKADEMIE

21.10.2017 – 07.02.2018

Anarchistische Gummizelle (AGZ), GOOD FOREVER, Vivien Greven, Volker Hermes, Im Goldenen, Taisiya Ivanova, Dietmar Lutz, Malkasten-Archiv 2000/2002, Felicitas Rohden, Fabian Ruzicka, Rosa Sarholz, Marcel Stahn, Daehyun Wi, u.v.m

„Kunst machen lernen heißt (…), die Fähigkeit zu erwerben, unter anderen Leuten zu leben, die auch Kunst machen oder etwas mit Kunst zu tun haben.“ (Jan Verwoert)

Die bildende Kunst ist ein akademisches System. Es gibt viele Meisterschüler, aber nur wenige Autodidakten und kaum Seiteneinsteiger. Es wundert daher nicht, dass die Ausbildung von ähnlichen Mysterien umrankt ist, wie die Kunst selbst: Kann man überhaupt „lernen“, die Geschichte durch etwas genial Neuartiges zu ergänzen? Welche Art von Institution könnte einen solchen Prozess fördern?

Die Kunstakademie ist eine Gemeinschaft von KünstlerInnen mit unterschiedlichen Erfahrungen. Der Austausch zwischen den einzelnen Positionen bildet den Kern der Künstlerausbildung. Die Gemeinschaft ist der Hintergrund, der einerseits Quelle der Inspiration ist, von dem sich der Künstler aber abheben muss, um als individuelle Position wahrgenommen zu werden. Hier ist Idylle und gleichzeitig Raum für Konkurrenz und Kämpfe, für Gruppenbildung und Rückzug. Die Akademie separiert und schweißt zusammen. Alle sind da – und jeder ist für sich. Wer nicht dazugehört, kommt niemals rein.

Die Akademie ist ein gut behütetes Archiv, das sich täglich neu sortiert. Es lebt von flüchtigen Momenten und Begegnungen, die sich nur schwer in Worte fassen und vermitteln lassen. Von Ereignissen, zu denen kaum etwas zu sagen ist, außer dass sie stattfinden. Von Werken, die für die Ewigkeit gemacht sind.

Mit diesen komplexen Widersprüchen im Umfeld der Akademie setzt sich die Ausstellung im KIT in zahlreichen Beispielen auseinander. Dabei bietet sie einen Überblick über unterschiedliche Positionen und Generationen. Gemeinsam mit KünstlerInnen der Kunstakademie Düsseldorf wird der Versuch unternommen, das Leben und Arbeiten in der Hochschule in vielen Facetten zu reflektieren. Die Schau versammelt Studierende und Absolventen, individuelle Entwürfe und kollaborative Formate. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Umgang mit Dokumentation und Archivmaterial. Hier nimmt der Ausstellungsraum selbst eine akademische Anmutung an. Einige KünstlerInnen wurden eingeladen, Vitrinen zu konzipieren, die im Verlauf der Ausstellung für wechselnde Präsentationen genutzt werden. Die Dynamik des Lehrens und Lernens, die diese spezielle Hochschule prägt, soll so in den Ausstellungskontext übertragen werden.

Die Ausstellung ist konzipiert von Gertrud Peters und Elmar Hermann und entsteht in Kooperation mit der Kunsthalle Düsseldorf zu deren 50. Jubiläum am Grabbeplatz.