Der Menschen Klee.
Eine Ausstellung über Malerei aus London und Düsseldorf

19.02.2011 - 03.04.2011

Mit Anna Barriball, Eva Berendes, Brian Chalkley, Declan Clarke, Richard Clegg, Sophie von Hellermann, Paul McDevitt, Tim Stoner, Neal Tait, Markus Vater, Martin Westwood, kuratiert von Gertrud Peters und Cornelius Quabeck

Während seine eigene Ausstellung „Pop Art in England“ erfolgreich durch Europa und die USA wanderte, stellte der Maler Ron Kitaj 1976 in der Hayward Gallery in London mit der von ihm kuratierten Schau „The Human Clay“ die damals unpopuläre figürliche Malerei in den Mittelpunkt. 48 Maler nahmen teil; die meisten kannten sich, verfolgten interessiert ihre jeweiligen Arbeiten und stellten in derselben Galerie im Londoner West End aus.

Im Katalog zu „The Human Clay“ prägte Kitaj den Genrebegriff „School of London“, der auf die Vielfalt und Lebendigkeit der zeitgenössischen Kunst Englands zielte. Die Arbeit dieser Künstler, darunter Francis Bacon, Lucian Freud und Leon Kossoff, hatte starken Einfluss auf eine jüngere Generation von Malern in London.
Mit „Der Menschen Klee“ zeigt KIT eine Malereiausstellung, deren Künstler ebenfalls von einem Kollegen ausgewählt wurden: Cornelius Quabeck. Er studierte bei Jörg Immendorff und Albert Oehlen an der Düsseldorfer Akademie, bevor er dann ans Londoner Chelsea College wechselte um dort mit dem MA Fine Arts abzuschließen. Mit den teilnehmenden Künstlern hat er entweder studiert, wurde von ihnen unterrichtet oder hat mit ihnen zusammengearbeitet. Diese Ausstellung gleicht einem Gespräch unter Künstlern in Bildern im Bezug auf zwei verschiedene Vorstellungen von Kunst und Lehre. „Der Menschen Klee“ ist eher eine lautmalerische denn wörtliche Übersetzung des von Kitaj damals gewählten Titels „The Human Clay“ (der wiederum einem Brief von W.H. Audens an Lord Byron entlehnt ist)*, und ist zugleich Hinweis darauf, wie unvollständig ein Vergleich zweier Bildungssysteme sein muss, in denen hier die Professorenklasse, dort der Dialog der Studenten mit wechselnden Lehrern dominiert.

Dennoch lässt sich festhalten, dass mit dem Boom der Britischen Kunstszene Anfang der 1990er Jahre auch in Deutschland ein Umdenken stattfand, was den medialen Stellenwert von Kunst und Künstlerkarriere betraf. „Young British Art“ hob eben nicht nur das Britische in den Vordergrund, sondern auch die Jugend der ausstellenden Künstler. Neben der scheinbar grenzenlosen Begeisterung für die Stars der Szene, entwickelte sich damals unter den Künstlern ein Interesse an der intensiven Auseinandersetzung durch die Arbeit und die Gespräche im Atelier. Eine neue Ernsthaftigkeit, die sich auch in der künstlerischen Haltung von Professoren wie Dieter Krieg, Albert Oehlen, Hubert Kiecol oder Michael Krebber und einigen anderen in Deutschland Lehrenden oder ehemals Lehrenden wiederfinden lässt. Die Werke der Künstlerinnen und Künstler in dieser Ausstellung machen die Akutalität dieses Dialoges sichtbar.