TAU. Ein Projekt der Klasse Prof. Katharina Grosse
in Kollaboration mit Josef Zky

29.11.2014 – 22.02.2015

Bernhard Adams / Marco Biermann / Domingo Chaves / Sibylle Czichon / Liza Dieckwisch / Paula Förster / Ina Gerken / Julia Gruner / Frozan Hayam / Anica Kehr / Tomas Kleiner / Julius Linnenbrink / Jennifer López Ayala / Lea Peters / Sabine Schmidtpeter / Fridolin Schoch / Nils Sehnert / Ruben Smulczynski / Hannah Stragholz / Palina Vetter / Thomas Wachholz / Noemi Weber / Zorah Wychlacz

Die Ausstellung TAU versammelt sowohl individuelle Arbeiten als auch gemeinschaftliche Projekte aus der Klasse von Katharina Grosse an der Kunstakademie Düsseldorf. Das Wechselspiel zwischen einzelnem künstlerischen Entwurf und kreativem Gruppenprozess ist kennzeichnend für die gesamte Präsentation im KIT. Der Titel greift dieses Konzept auf und kombiniert es mit einer semantischen Dopplung. Der Tau bezeichnet die Gesamtheit unzähliger feinster Wassertröpfchen, die sich früh morgens auf Wiesen, Straßen und Parkbänken verteilen. Das Tau ist eine stabile Verbindung tausender einzelner Fasern, die zu einem dicken Strick geflochten sind. Die Ausstellung verweist auf die grundlegenden Elemente dieser Assoziationen, indem sie eine Gruppe junger KünstlerInnen in einem gemeinsamen Entwurf vereint.

Die Studierenden haben in einem langen und offenen Prozess eine Ausstellungsform erarbeitet, die ihre unterschiedlichen Ansätze inhaltlich und formal miteinander verknüpft. Gemeinsam ist den gezeigten Malereien, Installationen und Performances insbesondere die Auseinandersetzung mit dem spezifischen Ausstellungskontext. Zum Beispiel wird die gesamte Wandfläche des Tunnelraums zum Bildträger für einen Handy-Schnappschuss, der bis an die Grenze seiner bildlichen Darstellung verzerrt ist. Auf dieser Pixelwand hängen weitere Arbeiten, meist klassische Tafelbilder, die nun in direkten Austausch miteinander und ihrem Hintergrund treten. Direkt davor ist mitten im Raum eine Pole Dance Stange angebracht, wie man sie aus Night Clubs kennt. Die Künstlerin setzt dem extrem horizontal ausgerichteten Ausstellungsraum eine Reihe vertikaler Bewegungsabläufe entgegen, mit denen sie auf die Architektur und auf die anderen Arbeiten reagiert. Auch andere Objekte wie bemalte Kissen und spezielle Kostüme, die sich über den gesamten Raum verteilen, werden wie Requisiten in unterschiedlichen performativen Zusammenhängen eingesetzt. So wird sich die gesamte Ausstellung täglich neu sortieren und in ihrer unterirdischen Umgebung behaupten müssen.

Hier entwickelt TAU einen sowohl poetisch assoziativen als auch streng formalen Bilddiskurs, der die Klasse von Katharina Grosse an der Kunstakademie auszeichnet. Bilder sind heute zur omnipräsenten Atmosphäre verdichtet, wir leben mit und in einem gigantischen Geflecht aus 2-, 3- und 4-dimensionalen Bildern. In dieser unüberschaubaren Masse bietet TAU mit 23 Beispielen der jüngsten Bildproduktion nicht zuletzt eine Form der Orientierung.